Unsere Dreisam - Zukunft Dreisam - Bürgerbeteiligungsprojekt zur Entwicklung der Dreisam im Gebiet der Gemeinde March

Zusammenfassung:
Das vorhandene Gewässerentwicklungskonzept der Dreisam wurde vom Regiowasser e.V. aufgegriffen und durch eine breite Öffentlichkeitsbeteiligung in vielen Bereichen und Abschnitten konkretisiert. Um das "St. Florians-Prinzip" zu vermeiden, wurde das Projekt auf eine Gemeinde beschränkt. Durch das Projekt konnte gezeigt werden, dass die Ziele des Hochwasserschutzes, der Ökologie sowie der verschiedenen Nutzungsinteressen miteinander vereinbar sind.

Drei Arbeitsgruppen zusammengesetzt aus Vertretern der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft, der Kommunalpolitik, Natur- und Umweltschutz sowie der Verwaltung und interessierten Bürgern haben 20 abgestimmte kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmenvorschläge erarbeitet.

Es zeigte sich außerdem, dass eine intensive Abstimmung mit der Landwirtschaft im Vorfeld von raumgreifenden Planungen zu gewährleisten ist, da diese meistens zu deren Lasten geht.

 
Gebiet:
Die Dreisam ist ein Nebenfluss des Rheins im Bearbeitungsgebiet Oberrhein. Im Projekt wurde der Abschnitt außerhalb des Mittelgebirges in der Freiburger Bucht bearbeitet. Die Dreisam durchfließt die Stadt Freiburg und grenzt im ländlichen Gebiet unmittelbar an Gewerbe- und Siedlungsfläche an. Das Gewässer ist seit 1817 ausgebaut und begradigt worden, so dass eine intensive Landwirtschaftliche Nutzung heute im Umfeld zu finden ist. Im 20. Jahrhundert wurden parallel zum Fluss viele Leitungen und Rohre verlegt.

Dreisam in der Gemarkung Hugstetten
     
Anlass:
Im Rahmen des Rheinnetz-Projektes (www.rhinenet.net) haben sich unter der Leitung der Naturlandstiftung Saar verschiedene Nichtregierungsorganisationen (NGOs) im Einzugsgebiet des Rheins und seiner Nebenflüsse zusammengeschlossen und ein Interreg IIIb durchgeführt. In diesem EU finanzierten Projekt wurde im Sinne der WRRL Artikel 14 die Beteiligung der breiten Öffentlichkeit durch NGOs in Pilotprojekten erprobt. Das Projekt "Unsere Dreisam" ist dabei eine Teilstudie.

2002 wurde der Gewässerentwicklungsplan für die Dreisam fertig gestellt. Aufgrund der geringen Detailschärfe hat der Plan jedoch mehr konzeptionellen Charakter (LORITZ, HAFERKORN 2002).

Daher wurde vom Regiowasser e.V. die Projektidee entworfen, das vorhandene GEP/GEK zur Dreisam auf kommunaler Ebene für die Zielerreichung der WRRL unter Beteiligung der breiten lokalen Öffentlichkeit zu konkretisieren.

 
Ziele:
Oberziel der Teilstudie im Rahmen des Rheinnetz-Projektes ist es, ein erfolgreiches Öffentlichkeitsbeteiligungsprojekt an einem Nebengewässer des Rheins auf kommunaler Ebene durchzuführen, um damit ein Positivbeispiel für gelungene NGO-initiierte Beteiligung zu schaffen.

Innerhalb des Projektes gab es verschiedene Unterziele. Allgemeines Unterziel war die Umwelt- und Bewusstseinsbildung zur Dreisam. Konkrete Unterziele waren:

  • das Aufzeigen, dass die Ziele von Hochwasserschutz, Ökologie und verschiedenen Nutzungsansprüchen im Sinne der WRRL zu vereinigen sind,
  • das GEP/GEK mit breiter Akzeptanz der Öffentlichkeit in einzelnen Abschnitten zu konkretisieren und
  • kurz-, mittel- und langfristige Planungs- und Maßnahmenvorschläge durch die Beteiligten zu erarbeiten, welche zur Zielerreichung der WRRL beitragen und bei der weiteren Umsetzung Verwendung finden.
Akteure:
Veranstalter: Regiowasser e.V.

Organisation und Moderation: Institut für Physische Geographie, Universität Freiburg

Zielgruppe: gesamte Bevölkerung der Gemeinde March, sowie Vertreter der Landwirtschaft, Vertreter der Fischereiwirtschaft, Naturschutz, der Förster des Forstreviers sowie alle Gemeinderatsvertreter

Teilnehmer: Landwirte, Angler, Förster, Umweltschutzvertreter, Gemeinderatsmitglieder, Anwohner, Behördenvertreter

Insgesamt über 100 Teilnehmer, in den Arbeitsgruppen insgesamt 30 Teilnehmer

 
Ablauf:
Mai 2005 bis Juli 2005:
  1. Informationsveranstaltung (1 Abend)
  2. Workshop mit Bildung der Arbeitsgruppen (1 Abend, 2 Wochen später)
  3. Arbeitsgruppen (Zukunftswerkstätten) mit 2-wöchigem Turnus inkl. Exkursionen (2 Monate)
  4. Präsentation der Zwischenergebnisse (1 Abend)

   
Exkursion mit zwei Arbeitsgruppen
   
     
Oktober 2005 bis März 2006:
  • 1 Arbeitsgruppe mit 3 Terminen
   
     
PR:    
  • 5000 Flyer als Beilage im Gemeindeblatt
  • Ankündigungen in der lokalen Presse
  • Projekthomepage
  • 50 Plakate in der Projektgemeinde aufgehängt
  • Radiobeiträge

 
Blickfänger: Roter Bilderrahmen
  Arbeitsgruppensitzung
 
Ergebnisse:
Ergebnisse der Arbeitsgruppen 2005
  • 3 Karten mit insgesamt 20 kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmenvorschlägen
Ergebnis der Arbeitsgruppe im Winter 2005/2006
  • Resolution der Teilnehmer an die Verwaltungen für eine langfristige integrative Planung im Umweltbereich
Kosten:
Dank Sponsoren (Brauerei, Winzergenossenschaft, Bank, Bäckerei, Energieversorger) entstanden kaum Kosten für die Bewirtung der Teilnehmer bei den Veranstaltungsterminen. Die Organisation und Moderation wurde kostenneutral vom Institut für Physische Geographie im Rahmen eines Projektseminars übernommen. Von der Gemeinde wurde keine Raummiete sondern lediglich die Hausmeisterkosten erhoben. Die Poster und 5.000 Flyer wurden von Rheinnetz-Projektgeldern bezahlt.
 
Bewertung:
Es hat sich gezeigt, dass in einem zeitlich straff organisierten Projekt mit drei Arbeitsgruppen binnen zwei Monaten bei einer Teilnahme von mehr als 30 Teilnehmern aus den unterschiedlichen Interessensgruppen sehr gute Ergebnisse hinsichtlich kurzfristiger Maßnahmenvorschläge, besonders innerhalb der Dammlage, erarbeiten lassen. Mittelfristige Maßnahmenvorschläge lassen sich in den Bereichen erzielen, wo dem Land (als Eigentümer des Gewässers) bereits die angrenzenden Gebiete gehören. Langfristige und visionäre Ideen lassen sich nur in sehr aufwändigen Abstimmungsprozessen vor allem mit den Eigentümern und Pächtern der Grundstücke erzielen.

   
Workshop    
     
Hinsichtlich der Umwelt- und Bewusstseinsbildung zur Dreisam wurde seitens der Teilnehmer beim Zwischenbericht und zum Abschluss des Projektes der persönliche Informationsgewinn geäußert. Durch die Ergebnisse der Arbeitsgruppen zeigte sich, dass die Ziele von Hochwasserschutz, Ökologie und verschiedenen Nutzungsansprüchen im Sinne der WRRL zu vereinigen sind, jedoch noch Vorbehalte seitens der uninformierten Bevölkerung bestehen oder der Druck durch andere Maßnahmen wie Straßenbau restriktiv wirken kann.

Das GEP/GEK konnte in einigen Abschnitten in Abstimmung mit verschiedenen Interessensgruppen konkretisiert werden. Eine breite Akzeptanz der Öffentlichkeit für die Umsetzung ist damit zu erwarten.

Die kurz-, mittel- und langfristige Planungs- und Maßnahmenvorschläge wurden durch die Teilnehmer erarbeitet und dienen größtenteils zur Zielerreichung der WRRL. Die Ergebnisse wurden bereits in den landesweiten Umsetzungsprozess der WRRL eingespeist und finden dort Verwendung.

 
Kontakt:    

Regiowasser e.V.
(Projektveranstalter)
Alfred-Döblin-Platz 1
79100 Freiburg

Telefon: 0761 / 45687153

E-Mail: march@unsere-dreisam.de


Institut für Physische Geographie - Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Herr Thomas Uhlendahl (Projektleitung - Organisation und Moderation)
Werderring 4
79098 Freiburg

Telefon: 0761 / 203-9123

E-Mail: thomas.uhlendahl@geographie.uni-freiburg.de


   
 
Links / Literatur: