Nachhaltige Entwicklung der Kamptal-Flusslandschaft

Zusammenfassung:
Mit der Studie "Nachhaltige Entwicklung der Kamptal-Flusslandschaft" wurde - gemeinsam mit der Bevölkerung sowie den befassten Fachdisziplinen unter Berücksichtigung sozialer, ökonomischer und ökologischer Ansprüche bis Ende 2006 - ein nachhaltiges Gestaltungskonzept für das Kamptal entwickelt, in dem auch laufende Untersuchungen und Projekte zusammengeführt und abgestimmt wurden.
 
Gebiet:
Das Projektgebiet umfasst auf oberster räumlicher Ebene das Kamp-Einzugsgebiet. Zentraler Planungsraum ist das mittlere und südliche Kamptal zwischen Zwettl und Langenlois. Eine detaillierte Bearbeitung ist für eine ausgewählte Gemeinde (Pilotgemeinde) vorgesehen.
 
Projektgebiet (für größere Ansicht in das Bild klicken)
  Zentraler Planungsraum (für größere Ansicht in das Bild klicken)
     
Anlass:
Die Hochwässer und Überschwemmungen des August 2002 betrafen besonders das Kamptal und setzten für das Leben und Wirtschaften im Tal gänzlich neue Rahmenbedingungen. Vor allem der Hochwasserschutz und die Raum- und Landschaftsplanung werden vor zukunftsweisende Herausforderungen gestellt. Aus ökologischer Sicht führte das Extremereignis aber auch zu einer außergewöhnlichen Entwicklung. Es entstanden im Kamptal naturnahe Flussabschnitte, wie sie an anderen Flüssen Österreichs erst mit großem finanziellem Aufwand gezielt hergestellt werden.

Vor diesem Hintergrund wird an der Universität für Bodenkultur in Wien ein integratives Gesamtkonzept – beauftragt von der Niederösterreichischen Landesakademie in enger Zusammenarbeit mit dem Amt der NÖ-Landeregierung Gruppe Wasser - erarbeitet, welches die "Nachhaltige Entwicklung der Kamptal-Flusslandschaft" zum Ziel hat.

 
Ziele:
Um eine koordinierte Vorgangsweise für die weitere Entwicklung der Kamptal-Flusslandschaft zu erreichen, bedarf es eines integrativen Gesamtprojektes. Im Rahmen eines derartigen Projektes sollen insbesonders innovative "Leitgedanken" der EU-Wasserrahmenrichtlinie aufgegriffen und in der Praxis des Flussgebietsmanagements umgesetzt werden. Wesentlich dabei ist neben der Betrachtung und Untersuchung des Einzugsgebietes bis hin zur Planung auf Gemeindeebene - die interdisziplinäre Arbeit in einem Team, in dem alle betroffenen Fachbereiche (Biologie/Naturschutz, Landschaftsplanung, Wasserwirtschaft, Raumplanung, Land- und Forstwirtschaft etc.) vertreten sind.

Planung soll zudem partizipativ erfolgen, d.h. gemeinsam mit Behörden, Interessengruppen und der Bevölkerung. Die Einbindung der Bevölkerung soll dabei über reine Information hinausgehen und den Kamptalerinnen und Kamptalern die Möglichkeit erschließen, aktiv über die Zukunft ihrer Region mitzubestimmen und diese zu gestalten.

Aufgabe eines derartigen Projektes ist es - abgestimmt auf den Ist-Bestand und die unterschiedlichen Nutzungen und Funktionen der Talbereiche (Siedlungsgebiet bis freies Umland) - Ziele und Leitlinien für eine nachhaltige Entwicklung aus regionaler Sicht zu erarbeiten und dafür in weiterer Folge verschiedene Szenarien zu skizzieren. Darauf aufbauend soll ein übergeordneter Managementplan für das zentrale Bearbeitungsgebiet des mittleren Kamptals erstellt werden, der wiederum Grundlage für eine detaillierte Planung für ein ausgewähltes Gemeindegebiet ist.

 
Akteure:
Institutionen
  • Agrarbezirksbehörde
  • Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Gruppe Raumordnung, Umwelt und Verkehr, Abteilung Naturschutz
  • Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Gruppe Raumordnung, Umwelt und Verkehr, Abteilung Raumordnung und Regionalpolitik
  • Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Gruppe Wasser, Abteilung Wasserbau
  • Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Gruppe Wasser, Abteilung Wasserwirtschaft
  • Bezirksbauernkammer Horn
  • Büro Landesrat Dipl.-Ing. Josef Plank
  • LEADER+ Kamptal
  • Niederösterreichisches Gebietsbauamt IV - Krems/Donau
  • Niederösterreichische Landesakademie
  • Universität für Bodenkultur, Institut für Hydrobiologie und Gewässermanagement
  • Universität für Bodenkultur, Institut für Wasserwirtschaft, Hydrologie und konstruktiver Wasserbau

Zivilingenieurbüros

  • ARGE Kamp: Spindelberger, Werner Consult, ZT Zaiser
  • Büro Dr. Paula Raumplanung und Raumordnung
  • Büro freiwasser
  • Büro Henninger & Kainz GmbH
  • Hittinger Harald, Unternehmensberatung Umwelt- und Wirtschaftsmediation
  • Institut für Ökologie und Umweltplanung, Klagenfurt
  • Wallenberger & Linhard Regionalberatung Gmb

Gemeinden: Gemeinde Altenburg, Marktgemeinde Gars am Kamp, Gemeinde Gedersdorf, Gemeinde Grafenegg, Marktgemeinde Grafenwörth, Marktgemeinde Großgöttfritz, Marktgemeinde Hadersdorf/Kammern, Marktgemeinde Krumau am Kamp, Stadtgemeinde Langenlois, Marktgemeinde Pölla, Marktgemeinde Rapottenstein, Marktgemeinde Rastenfeld, Gemeinde Rosenburg / Mold, Marktgemeinde St. Leonhard am Hornerwald, Marktgemeinde Schönberg am Kamp, Stadtgemeinde Zwettl Niederösterreich

Schulen

  • Fachschule Edelhof
  • Hauptschule Gars am Kamp
  • HLW-FW Zwettl (Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe der Schulschwestern)

BürgerInnen (ca. 200)

 
Ablauf:
Phase 1 (Sept. 2003 bis Mär. 2005)
  • offizieller Projektstart
  • Erhebung und Darstellung des Ist-Bestands
  • Workshops in den Gemeinden
  • sektorale Berichte und Themenkarten – mittlerer Kamp, Überblicksplan-EZG / Ist-Bestand Abschluss-Workshop

Phase 2
(Mär. 2005 bis Jun. 2006)
  • Start-Workshop
  • Erhebung und Darstellung der sektoralen Wünsche / Ziele / Leitbilder
  • Workshops in den Gemeinden
  • Sektorale Berichte – mittl. Kamp, Zielkatalog-EZG – Leitbild/Ziele, Defizite, Wertigkeiten
  • Abschluss-Workshop

Phase 3 (Jun. 2006 bis Mär. 2007)
  • Start-Workshop
  • Integratives Leitbild / Szenarien / Managementplan
  • Übergeordneter Managementplan – "optimierte Szenarien"

Phase 4 (Sept. 2006 bis Sept. 2007)
  • Workshops in der Pilotgemeinde
  • Mit der Bevölkerung der Pilotgemeinde abgestimmte Detailplanung

Resümee
  • Entwicklung des Kamptals
  • Planungsprozess
  • Leitfaden für zukünftige Flussgebietsplanung im Kontext mit EU-WRRL
PR:    
  • regionale und lokale Presse
  • Poster / Plakate
Ergebnisse:
Fachergebnisse

Phase 1: Ist-Bestands-Analyse

Phase 2: sektorale Leitbilder
  • "Fachleitbilder"
  • "Regionales BürgerInnen Leitbild"
  • "Gemeindegruppenleitbilder"
Phase 3: integratives Leitbild
  • Integratives Leitbild
  • Szenarien
  • Managementplan
Phase 4: Pilotgemeinde
  • In einer Pilotgemeinde werden der übergeordnete Managementplan gemeinsam mit der ansässigen Bevölkerung detailliert und so flächenbezogen Nutzungsmöglichkeiten aber auch Schutzziele (sowohl aus Sicht des Hochwasserschutzes als auch der Ökologie) formuliert.
Bewertung:
Keine Evaluierung, jedoch positive Rückmeldungen der Akteure
 
Kontakt:    

Universität für Bodenkultur - Department für Wasser, Atmosphäre & Umwelt am Institut für Hydrobiologie & Gewässermanagement
Frau Susanne Muhar 
Max Emanuel Str. 17
A-1180 Wien

Telefon: +43(1)47654-5200
Telefax: +43(1)47654-5217

E-Mail: susanne.muhar@boku.ac.at


Universität für Bodenkultur - Department für Wasser, Atmosphäre & Umwelt am Institut für Hydrobiologie & Gewässermanagement
Frau Sabine Preis 
Max Emanuel Str. 17
A-1180 Wien

Telefon: +43(1)47654-5200
Telefax: +43(1)47654-5217

E-Mail: sabine.preis@boku.ac.at


Universität für Bodenkultur - Department für Wasser, Atmosphäre & Umwelt am Institut für Hydrobiologie & Gewässermanagement
Herr Manuel Hinterhofer 
Max Emanuel Str. 17
A-1180 Wien

Telefon: +43(1)47654-5200
Telefax: +43(1)47654-5217

E-Mail: manuel.hinterhofer@boku.ac.at


 
Links / Literatur: