14.11.2012 - Rundreise durch Niedersachsen - Dritte Veranstaltung der Reihe "Unterhaltung von Gewässern III. Ordnung - fachlich gut, rechtssicher und zu angemessenen Kosten?!" fand im Landkreis Peine statt

Am 14. November folgten gut 90 Teilnehmer von Städten, Gemeinden und Wasser- und Bodenverbänden der Einladung des Landkreises Peine, des Landvolkes Peine, des Wasserverbandstages sowie der Kommunalen Umwelt-AktioN U.A.N. nach Peine, um sich einen Tag lang mit dem Thema „Unterhaltung von Gewässern 3. Ordnung – fachlich gut, rechtssicher und zu angemessenen Kosten“ zu beschäftigen.


Die rechtlichen Anforderungen an die Gewässerunterhaltung haben sich geändert, wie Herr Zeiler vom Wasserverbandstag ausführte. Neben der Sicherstellung eines ordnungsgemäßen Abflusses ist auch eine Gewässerentwicklung im Rahmen der Unterhaltung zu ermöglichen. Was bedeutet dies für die Praxis? Wie kann so etwas aussehen?

Mit Interesse wurden die praktischen Erfahrungen von Herrn Tschöpe vom Büro Projektberatung Umwelt + Nachhaltigkeit aus Hamburg über das „wie“ der neuen Unterhaltung aufgenommen.  Herr Hipp vom UHV „Untere Fuhse“, UHV „Obere Fuhse“ ergänzte dies, indem er auf die Bedeutung der Gewässer 3. Ordnung für die Unterhaltung der Gewässer 2. Ordnung hinwies.
Herr Tatge von der Stadtentwässerung Peine (SEP) und Herr Hagemann, Vorsitzender der Verkopplungsinteressentenschaft Vöhrum, stellten in einem kurzen Statement noch jeweils ihren Blickwinkel auf die Unterhaltung von Gewässern 3. Ordnung vor.

Skepsis war gegeben, ob es wirklich zu keiner Beeinträchtigung des Abflusses kommen wird, aber auch Interesse an den Möglichkeiten, die in einer veränderten Unterhaltung liegen. Diese zielt darauf ab, den Fließgewässercharakter unserer Gräben und kleinen Bäche wieder herzustellen, indem kleinere Abflussquerschnitte bei Niedrigwasser für eine größere Strömung sorgen, aber ausreichend Rückhalt für den Hochwasserfall sicher gegeben ist. Durch das teilweise Belassen von Aufwuchs an der Gewässersohle können sich die typischen Tiere und Pflanzen der Fließgewässer wieder ansiedeln.
Auf der Veranstaltung wurde aber auch deutlich, dass sich dafür nicht jeder Graben und jeder Bach eignen. Hier ist zu schauen, wo keine hydraulischen Engpässe zu erwarten sind und ökologisches Entwicklungspotential gegeben ist.
Mehrfach angesprochen wurde die zwingend erforderliche vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Behörde und den beteiligten Personen, um das "Ausprobieren" möglich zu machen.
 
In zwei Jahren soll erneut eine Veranstaltung stattfinden und die ersten gewonnenen Erkenntnisse in der Region ausgetauscht werden.

Die einzelnen Vorträge sind am Ende der Seite abrufbar.

     
 
Knapp 100 interessierte Gäste kamen in die Mehrzweckhalle Duttenstedt in Peine, um sich über die neue Rechtslage und Möglichkeiten der veränderten Unterhaltung zu informieren und die regionalen Statements der unterschiedlichen Interessengruppen anzuhören. 
  Die Referenten der Veranstaltung: Otto Hagemann (Vors. der Verkopplungsinteressentenschaft Vöhrum), Dirk Rotthaus (Untere Wasserbehörde Landkreis Peine), Steffen Hipp (UHV „Untere Fuhse“, UHV „Obere Fuhse“), Wolfgang Zeiler (Wasserverbandstag e.V.), Manfred Tschöpe (Projektberatung Umwelt + Nachhaltigkeit, Hamburg), Landrat Franz Einhaus (Landkreis Peine), Katrin Schneider (Leiterin FD Umwelt, Landkreis Peine), Oliver Tatge (Stadtentwässerung Peine (SEP)), Dr. Katrin Flasche (Kommunale Umwelt-AktioN U.A.N.), fehlend: Manuela Schneider (Landvolk Peine)
     
 
"Teststrecke" - Bei bestem Herbst-Wetter konnte die rund 300 Meter lange Strecke beschritten und die Theorie des Vormittags praktisch begutachtet werden. Drei unterschiedliche Abschnitte (vorne: Böschungsfuß stehengelassen, zweiter Abschnitt: Röhrichtinseln im Gewässer, dritter Abschnitt: halbseitige Mahd), zeigten, wie es künftig aussehen kann!   Herr Tschöpe erläuterte die mitgebrachten "Alkohol-Leichen"  (Maktrozoobenthos) bildhaft, weckte bei vielen das Interesse an der Biologie vor der Haustür und machte Mut, die kleinen Wunder der Natur (z.B. der in ganz Niedersachsen vorkommende Taumelkäfer oder die Steinfliege, welche heute bereits Vorbilder zahlreicher technischer Innovationen sind) auch mal aus einem etwas anderen Blickwinkel zu betrachten.
     
   

 


Folgende Dateien stehen zum Download bereit:

 

 




< 16.09.2012 - Landesweiter Aktionstag "Natur aktiv erleben" lädt zum Mitmachen ein