03.11.2015 - "Unterhaltung von Gewässern III. Ordnung - fachlich gut, rechtssicher und zu angemessenen Kosten?!" im Landkreis Osterholz


Grußwort von Bernd Lütjen, Landrat Landkreis Osterholz

Gut gefüllter Pavillion im Tagungshaus Bredbeck

Andreas Schütte, Amtsleiter des Umweltamts im LK Osterholz

Christoph Bommes vom Landvolk KV Osterholz

Andreas Burfeind vom Gewässer- und Landschaftspflegeverband Teufelsmoor

Frage aus dem Publikum

Dr. Bettina Frieben vom Planungs- und Naturschutzamt des LK Osterholz

Austausch zwischen den Vorträgen

Herr Tschöpe erläuterte die Unterhaltungsmaßnahmen während der Exkursion...

... und fesselte die Teilnehmer durch seine anschaulichen Ausführungen!

Gewässerunterhaltung ist vielschichtig!

Das war eine der vielen Erkenntnisse der gemeinsamen Veranstaltung des Landkreises Osterholz, des Niedersächsischen Landvolks KV Osterholz sowie des Wasserverbandstages und der Kommunalen Umwelt-AktioN U.A.N., die am 03.11.2015 in den Räumlichkeiten des Tagungshaus Bredbeck stattgefunden hat.

Mehr als 80 Teilnehmer von insbesondere Unterhaltungs-, Wasser- und Bodenverbänden waren der Einladung gefolgt, um sich einen Tag lang mit dem Thema „Unterhaltung von Gewässern 3. Ordnung – fachlich gut, rechtssicher und zu angemessenen Kosten“ zu beschäftigen.

Nach einem Grußwort des Landrates Bernd Lütjen vom Landkreis Osterholz sprach Herr Schütte, der Amtsleiter des Umweltamtes des Landkreises Osterholz, über die Bedeutung der oft unterschätzten Gewässerunterhaltung von Gewässern 3. Ordnung, die mit ihrer großen Ausdehnung und entwässernder Fläche maßgeblich die Gewässer der Unterlieger beeinflussen.

Worin liegen die Herausforderungen bei der Gewässerunterhaltung heutzutage?

Die Gewässerunterhaltung umfasst nach dem niedersächsischen Wassergesetz sowohl die Erhaltung des ordnungsgemäßen Wasserabflusses als auch die Pflege und Entwicklung des Gewässers, wie Herr Dr. Panckow von der U.A.N. in Vertretung für Wolfgang Zeiler vom Wasserverbandstag ausführte. Somit hat sich der Gewässerunterhalter um die Sicherstellung der Vorflut zu kümmern und gleichrangig die Gewässerökologie zu erhalten, wenn möglich sogar zu verbessern. Die rechtlichen Anforderungen gelten sowohl für die großen Flüsse, kleinen Bäche als auch Entwässerungsgräben, wenn sie die Grundstücke mehrerer Eigentümer entwässern. Als Richtschnur für eine geänderte Unterhaltung kann dabei die Regel gelten: „so viel Eingriffe in das Gewässer wie (zum Wasserabfluss) nötig, so wenig Eingriffe wie möglich“, betonte Herr Schütte.

Über ein behutsames Zurücknehmen der Intensität von Unterhaltungsmaßnahmen bei gleichzeitiger Beobachtung des Verhaltens der Gewässer kann man sich dabei an das rechte Maß herantasten. Um Erfahrungen zu sammeln sollte man dort beginnen, wo keine hydraulischen Sperren oder sonstigen Einwände vorliegen. Dies trifft erfahrungsgemäß auf ca. 10% der Gewässer 3. Ordnung zu, berichtete Herr Tschöpe vom Büro Projektberatung Umwelt und Nachhaltigkeit aus Hamburg. Und er ergänzte, warum dieses Vorgehen sinnvoll ist. „So können die Selbstreinigungskräfte der Gräben und der Artenschutz gestärkt werden.“

Moderiert wurde die Veranstaltung durch Frau Dr. Flasche von der Kommunalen Umwelt-AktioN U.A.N., die auch auf den "Fachplaner zur Gewässerunterhaltung 3. Ordnung" verwies, der als Hilfe bei der anspruchsvollen Aufgabe der Gewässerunterhaltung verwendet werden kann. Den Fachplaner hat die Kommunale Umwelt-AktioN U.A.N. im Rahmen des Projektes Wasserrahmenrichtlinien-InfoBörse mit finanzieller Unterstützung des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimaschutz entwickelt und gemeinsam mit dem Wasserverbandstag e.V. für das Jahr 2015 herausgegeben. Für das nächste Jahr befindet sich der Fachplaner 2016 bereits im Druck.

Auf Ihre Frage, wie der regionale Weg bei der Gewässerunterhaltung zukünftig weitergehen könnte, wurde vereinbart, dass es zukünftig gemeinsam nach geeigneten Gewässerabschnitten im LK Osterholz gesucht werden soll, die eine geänderte Unterhaltung zulassen. Dazu möchten sich insbesondere der Landkreis und das Landvolk KV Osterholz kooperieren.

Am Nachmittag ging es im Rahmen einer kleinen Exkursion mit dem Bus zu einem kleinen Graben, an dem exemplarisch Möglichkeiten der geänderten Unterhaltung unter Anleitung von Manfred Tschöpe aus Hamburg vorgeführt wurden. Direkt vor Ort ließen sich die Eindrücke des Vormittags vertiefen und offene Fragen wurden geklärt. Besonders gut gefiel den Teilnehmern, dass Herr Tschöpe Beispiele aufzeigte, bei denen die Natur vor Ort Lösungen für aktuelle Probleme lieferte. Er unterstrich, dass die Artenvielfalt auch deshalb geschützt werden muss, um Ideen und Lösungen für zukünftige Fragestellungen finden zu können.

Die Veranstaltung war die Neunte dieser Art in Niedersachsen.

Die Präsentationen der Referenten finden Sie im unteren Bereich der Seite!




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