26.09.2015 Ratsschulung "Heimvorteil Fließgewässer" in Essen (Oldb)


Gewässerkoordinator Jürgen Herpin vom Dachverband Hase

Austausch und Fragerunde

Die Teilnehmer vor dem Verbandsgebäude

Manfred Kramer von der Hase-Wasseracht erläuterte die Maßnahme während der Exkursion

Rückfragen und Diskussion während der Exkursion

Bestes Wetter an der Hase - schön hier!

Zu der Veranstaltung "Heimvorteil Fließgewässer" hatten am 26. September 2015 der Dachverband Hase und die Kommunale Umwelt-AktioN UAN nach Essen (Oldb) in die Räumlichkeiten des Dachverbandes eingeladen, um die rechtlichen und ökologischen Anforderungen bei Fließgewässerentwicklungsmaßnahmen vorzustellen. Die Veranstaltung richtete sich an Ratsmitglieder des Einzugsgebiets der Hase und 15 Ratsfrauen und -herren aus Kommunen der Landkreise Cloppenburg, Vechta und Osnabrück folgten der Einladung an diesem Samstag, um sich über Umsetzungsmöglichkeiten in der Gewässerentwicklung zu informieren.

Nach der Begrüßung durch den Verbandsvorsteher Josef Kolbeck erfolgte die Moderation durch Frau Dr. Flasche von der UAN.

Der erste Vortrag vom Gewässerkoordinator des Dachverbandes Jürgen Herpin behandelte die rechtlichen Anforderungen an die Gewässerentwicklung. Er ging in seinem Vortrag u.a. auf die EU–Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) sowie Naturschutz-, Bau- und Wasserrecht ein.

Im anschließenden Vortrag von Dr. Nikolai Panckow von der UAN wurden sehr anschaulich die wichtigen ökologischen und wasserwirtschaftlichen Anforderungen von Fließgewässern vorgestellt. Auswirkungen auf Unterlieger durch Maßnahmen im Oberlauf eines Gewässers wurden durch die Darstellung des exemplarischen Einzugsgebietes verdeutlicht. Die Bedeutung des Wasserrückhalts in Auen- und Niederungsgebieten, um Abflussspitzen bei Hochwässern mindern zu können, war ebenso Thema, wie die Anforderungen von aquatischen Lebewesen an unterschiedliche Lebensraumtypen in und am Gewässer.

Herr Herpin erläuterte in seinem zweiten Vortrag die Ziele des Dachverbands und verwies insbesondere auf die Möglichkeit Eingriffe in Natur und Landschaft über Fließgewässerentwicklungsmaßnahmen auszugleichen. "Städte und Gemeinden könnten bei der Aufstellung von Bebauungsplänen ökologische Verbesserungen von Gewässern in ihrem Hoheitsgebiet über die Kompensation vorantreiben", so der Gewässerkoordinator. "Im Hinblick auf die explosionsartige Kostenentwicklung auf dem Grundstücksmarkt können bei den linearen Maßnahmen an Fließgewässern Synergien beim Hochwasserschutz und bei Regen-, Nährstoff- und Sedimentrückhaltung erzielt werden. Gleichzeitig könnte eine zusätzliche Aufwertung und Bereicherung des Ortsbildes erreicht werden!", so Herpin weiter.

Die regionalen Kooperationen waren im Fokus des letzten Vortrags für diesen Tag. Dazu stellte Frau Dr. Flasche u.a. Beispiele aus anderen Regionen vor, in denen sich neue Möglichkeiten aus gemeinschaftlichem Handeln ergeben.

In einer Abschlussdiskussion zum regionalen Weg berichteten die Teilnehmer von ihren Erfahrungen bezüglich Maßnahmenumsetzungen im Hasegebiet und brachten ihre Sicht auf die Entwicklungen im Hasegebiet zum Ausdruck.

Nach einem Mittagsimbiss konnten die Teilnehmer eine Kompensationsmaßnahme der Gemeinde in Essen an der Hase begutachten. Manfred Kramer von der Hase-Wasseracht stellte die umfangreiche Maßnahme vor, die, neben großflächigen Feuchtbiotopen, künstliche Hasearme in einem extensiv genutzten Grünlandbereich beinhaltet. Eine Aussichtsplattform ermöglicht dort einen guten Überblick und durch die unmittelbare Lage am Haseradweg wird das Projekt einer breiten Öffentlichkeit präsentiert.

Die Präsentationen der Referenten stehen im unteren Bereich der Seite zum Download bereit! Die interaktive Präsentation von Dr. Panckow gibt es hier!




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