13.07.2015 - "Unterhaltung von Gewässern III. Ordnung - fachlich gut, rechtssicher und zu angemessenen Kosten?!" im Landkreis Osnabrück


Herr Tschöpe erläuterte die Unterhaltungsmaßnahmen während der Exkursion

Herr Bühning vom Unterhaltungsverband 70 "Obere Hunte"

Markus Rolf vom Amt für Naturschutz des LK Osnabrück

Diskussion und Erfahrungsaustausch zwischen den Vorträgen

Austausch unter Kollegen

Gute Stimmung trotz des starken Regens...

... zog sich durch die gesamte Veranstaltung!

Gewässerunterhaltung ist anspruchsvoll!

Das war die Erkenntnis der Veranstaltung des Landkreises Osnabrück, des Unterhaltungsverbandes Obere Hunte, des Osnabrücker Landvolks Kreisverbands Wittlage sowie des Wasserverbandstages und der Kommunalen Umwelt-Aktion U.A.N. am 13.07.2015 in der Leckermühle in Bohmte.

Ungefähr 80 Teilnehmer von insbesondere Unterhaltungs- und Wasser- und Bodenverbänden waren der Einladung gefolgt, um sich einen Tag lang mit dem Thema „Unterhaltung von Gewässern 3. Ordnung – fachlich gut, rechtssicher und zu angemessenen Kosten“ zu beschäftigen.

Worin liegen die Herausforderungen bei der Gewässerunterhaltung heutzutage?

Die Gewässerunterhaltung umfasst nach dem niedersächsischen Wassergesetz sowohl die Erhaltung des ordnungsgemäßen Wasserabflusses als auch die Pflege und Entwicklung des Gewässers, wie Herr Steuwer, Verbandsvorsteher des UHV Obere Hunte und Herr Dr. Wilcke von der unteren Wasserbehörde des Landkreises Osnabrück ausführen. D.h. der Gewässerunterhalter hat sich um die Sicherstellung der Vorflut zu kümmern und gleichrangig die Gewässerökologie zu erhalten, wenn möglich sogar zu verbessern. Die rechtlichen Anforderungen gelten sowohl für die großen Flüsse, kleinen Bäche als auch Entwässerungsgräben, wenn sie die Grundstücke mehrerer Eigentümer entwässern. Als Richtschnur für eine geänderte Unterhaltung kann dabei die Regel gelten: „so viel Eingriffe in das Gewässer wie (zum Wasserabfluss) nötig, so wenig Eingriffe wie möglich“, betonte Herr Steuwer. Über ein behutsames Zurücknehmen der Intensität von Unterhaltungsmaßnahmen bei gleichzeitiger Beobachtung des Verhaltens der Gewässer kann man sich dabei an das rechte Maß herantasten. Um Erfahrungen zu sammeln sollte man dort beginnen, wo keine hydraulischen oder sonstigen Einwände vorliegen. Dies trifft erfahrungsgemäß auf ca. 10 % der Gewässer 3. Ordnung zu, berichtete Herr Tschöpe vom Büro Projektberatung Umwelt und Nachhaltigkeit aus Hamburg. 

Und er ergänzte, warum dieses Vorgehen sinnvoll ist. „So können die Selbstreinigungskräfte der Gräben und der Artenschutz gestärkt werden.“

Doch wie kann der Gewässerunterhalter geschützte Arten erkennen? Hier ist wie auch in anderen Bereichen ein kooperatives Vorgehen zu empfehlen, sagte Herr Hennies, Geschäftsführer des Wasserverbandstages. Hilfe kann bei der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Osnabrück, dem ehrenamtlichen Naturschutz oder auch über Arbeiten an der Universität eingeholt werden.

Als Hilfe bei dieser anspruchsvollen Aufgabe wurde auch auf den Fachplaner zur Gewässerunterhaltung 3. Ordnung verwiesen, den die Kommunale Umwelt-AktioN U.A.N. im Rahmen des Projektes Wasserrahmenrichtlinien-InfoBörse mit finanzieller Unterstützung des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimaschutz entwickelt und gemeinsam mit dem Wasserverbandstag e.V. für das Jahr 2015 herausgegeben hat (und der für 2016 fortgeschrieben wird).

Frau Dr. Flasche von der Kommunalen Umwelt-AktioN U.A.N., die bereits die neunte Veranstaltung dieser Art in Niedersachsen moderierte, beeindruckte, inwieweit die heute vorgetragenen fachlichen  Inhalte bereits Einzug in die Unterhaltungspraxis der Region gefunden haben.

Auf Ihre Frage, wie der regionale Weg bei der Gewässerunterhaltung zukünftig weitergehen könnte, machte Herr Bühning vom UHV Obere Hunte den Vorschlag, sich jährlich in kleinerem Kreis über die mit der veränderten Gewässerunterhaltung gemachten Erfahrungen auszutauschen.

Am Nachmittag ging es im Rahmen einer kleinen Exkursion mit dem Bus zu einem kleinen Graben, wo verschiedene Maschineneinsätze für eine veränderte Unterhaltung vorgeführt und diskutiert wurden. Direkt vor Ort ließen sich die Eindrücke des Vormittags vertiefen und offene Fragen klären.


Die Präsentationen der Referenten finden Sie im unteren Bereich der Seite!




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