14.09.2016 - Unterhaltung von Gewässern III. Ordnung – fachlich gut, rechtssicher und zu angemessenen Kosten?! im Landkreis Grafschaft Bentheim


Die Teilnehmer während der Exkursion am Graben

Begrüßung durch Landrat Friedrich Kethorn

Wolfgang Zeiler vom Wasserverbandstag e.V.

Christian Kerperin (links, UNB) und Roberto Goncalves (2. von links, UWB) Landkreis GB

Stefan Westhuis vom Vechteverband

Guido Röttgers vom Dachverband der WaBos im LK GB

Friedrich Baarlink, Samtgemeinde Emlichheim

Jens Liebermann, Landesfischereiverband Weser-Ems e.V.

Spannende Ausführungen während der Exkursion...

... durch Manfred Tschöpe aus Hamburg

Gewässerunterhaltung ist eine anspruchsvolle und verantwortungsvolle Aufgabe

So lautete das Fazit der Veranstaltung „Unterhaltung von Gewässern III. Ordnung – fachlich gut, rechtssicher und zu angemessenen Kosten ?! am 13.09.2016 in Wilsum, zu der der Landkreis Grafschaft Bentheim, der Dachverband der Wasser- und Bodenverbände im Landkreis, der Wasserverbandstag und die Kommunalen Umwelt-AktioN U.A.N. eingeladen hatten.

110 Teilnehmer waren dieser Einladung gefolgt und konnten sich über neue rechtliche Anforderungen informieren, Wege der schonenden Gewässerunterhaltung am Nachmittag auf der Exkursion ansehen und zusammen mit allen Beteiligten diskutieren, wie die praktische Umsetzung dieser Anforderungen im Landkreis Grafschaft Bentheim aussehen kann.

Nach der Begrüßung durch Landrat Kethorn erläuterte Herr Zeiler, Jurist beim Wasserverbandstag, im ersten Fachvortrag, wie sich die rechtlichen Anforderungen geändert haben. "Es ist nicht mehr nur die reine Sicherstellung des Abflusses - man muss auch die Pflege und Entwicklung der Gewässer im Auge behalten" erläuterte er. Und auch den Artenschutz gilt es zu beachten. Er empfahl, einen Unterhaltungsplan aufzustellen und sich diesen von der unteren Naturschutzbehörde absichern zu lassen.

Herr Goncalves von der Unteren Wasserbehörde und Herr Kerperin von der Unteren Naturschutzbehörde boten in ihrem daran anschließenden Vortrag Beratung bei diesem komplexen Thema an und zeigten konkrete Wege der kooperativen Zusammenarbeit auf.

Die Sorge einiger Zuhörer, durch eine schonende Unterhaltung könnte zukünftig die Gefahr von Überflutungen nach Starkregenereignissen zunehmen, konnte Dr. Kiehl, Kreisrat, in seinem Statement nehmen, in dem er zusicherte, dass in solchen Fällen die Verbände immer eingreifen können, um den Abfluss zu gewährleisten.

Eine wichtige Aussage der Veranstaltung war auch, dass die Verbände nicht bei Gewässern, deren hydraulische Leistungsfähigkeit benötigt wird, mit Veränderungen beginnen sollten. Nach Erfahrungen von Manfred Tschöpe vom Büro Projektberatung Umwelt + Nachhaltigkeit aus Hamburg hat jeder irgendwo 10 % seiner Gewässer, an denen man gefahrlos etwas Neues ausprobieren kann.

Stefan Westhuis vom Vechteverband zeigte auf, dass die verbandliche Wasserwirtschaft auf einigen Gewässerabschnitten die schonende Gewässerunterhaltung durchführen könnte und damit einen bedeutenden Beitrag zum Arten- und Naturschutz beitragen würde. So können in einer überwiegend intensiv genutzten Kulturlandschaft durch eine veränderte Gewässerunterhaltung in Teilbereichen einiger Gewässer Angebote für den Erhalt einer größeren Artenvielfalt bei Flora und Fauna geschaffen werden.

Den Interessensausgleich insbesondere auch zu den Ansprüchen der Landwirtschaft stellte keiner grundsätzlich in Frage. Gleichzeitig wurde aber auch von allen Statementgebern (Herr Röttgers, vom Dachverband der Wasser- und Bodenverbände, Herr Baarlink von der Samtgemeinde Emlichheim und Herrn Liebermann vom Landesfischereiverband Weser-Ems) die Notwendigkeit und Chancen, die mit diesen neuen Wegen verbunden sein können, gesehen.

Herr Westhuis beendet seinen Vortrag mit dem Wunsch, dass die Gewässerunterhaltung auch weiterhin Spaß bringen möge. Frau Dr. Flasche von der Kommunalen Umwelt-AktioN U.A.N. pflichtete dem bei und versprach als kleine Unterstützung für die Zukunft, dass die U.A.N. im nächsten eine digitale Planungshilfe für die Verbände kostenlos zur Verfügung stelle würde.

Am Nachmittag konnten sich die Teilnehmer ein Bild von verschiedenen Varianten der praktischen Umsetzung einer schonenden Gewässerunterhaltung machen. Direkt vor Ort ließen sich die Eindrücke des Vormittags vertiefen und offene Fragen wurden durch Herrn Tschöpe geklärt.

Die Präsentationen der Veranstaltung finden Sie im unteren Bereich dieser Seite zum Download!

Hier finden Sie ein kleines Video der Exkursion aus der Vogelperspektive!




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