09.08.2016 - "Schonende Unterhaltung von Gewässern – wie könnte sie im Bereich der Marschen aussehen?!" im Landkreis Stade


Die Ausrichter und Statementgeber der Veranstaltung

Gut gefülltes Fährhaus Kirschenland (Foto: Christian Schmidt)

Moderation: Dr. Katrin Flasche von der U.A.N.

Einführung in das Thema: Georg Söhle vom Landkreis Stade

Wolfgang Zeiler vom Wasserverbandstag e.V. beantwortete nach seinem Vortrag rechtliche Fragen

Manfred Tschöpe, Projektberatung Umwelt + Nachhaltigkeit aus Hamburg

Gabriele Stiller, Biologische Kartierungen und Gutachten aus Hamburg

Kreislandwirt Johann Knabbe vom Landvolk Stade bei seinem Statement

Schonende Gewässerunterhaltung aus Sicht des Obstbaus: Jörg Quast, Koordination ALVO / Sondergebiet

Schonende Gewässerunterhaltung zwischen Wunsch und Wirklichkeit: Dr. Uwe Andreas, Amtsleiter Naturschutzamt LK Stade

Prof. Dr. Heinrich Reincke vom Unterhaltungsverband 18 „Kehdingen“

Ernst Eckhoff vom Unterhaltungsverband 16 „Altes Land“

Das Exkursionsziel

2 Hechte und ein Weißfisch als Beifang der Gewässerunterhaltung

Frau Stiller erläuterte die Bedeutung einer schonenderen Gewässerunterhaltung während der Exkursion

Die Marschengewässer haben viele Nutzungsansprüche und Funktionen und ihre Unterhaltung bedarf viel Fingerspitzengefühl und Sachverstand!

Das war eine der vielen Erkenntnisse der gemeinsamen Veranstaltung des Landkreises Stade, der Unterhaltungsverbände "Altes Land" und "Kehdingen" sowie von Wasserverbandstag und der Kommunalen Umwelt-AktioN U.A.N., die am 09.08.2016 in den Räumlichkeiten des Fährhaus Kirschenland in Jork stattgefunden hat.

Mehr als 80 Teilnehmer von insbesondere Unterhaltungs-, Wasser- und Bodenverbänden waren der Einladung gefolgt, um sich einen Tag lang mit dem Thema „Schonende Unterhaltung von Marschengewässern“ zu beschäftigen.

Nach einem Grußwort des Kreisbaurats Hans-Hermann Bode vom Landkreis Stade sprach Georg Söhle, der Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft des Umweltamtes des Landkreises Stade, über die Bedeutung der Marschengewässer und stellte die Besonderheiten der regionalen Gewässerunterhaltung dar.

Worin liegen die Herausforderungen bei der Gewässerunterhaltung heutzutage?

Die Gewässerunterhaltung umfasst nach dem niedersächsischen Wassergesetz sowohl die Erhaltung des ordnungsgemäßen Wasserabflusses als auch die Pflege und Entwicklung des Gewässers, wie Wolfgang Zeiler vom Wasserverbandstag ausführte. Somit hat sich der Gewässerunterhalter um die Sicherstellung der Vorflut zu kümmern und gleichrangig die Gewässerökologie zu erhalten, wenn möglich sogar zu verbessern. Die rechtlichen Anforderungen gelten sowohl für die großen Flüsse, kleinen Bäche als auch Entwässerungsgräben, wenn sie die Grundstücke mehrerer Eigentümer entwässern. Als Richtschnur für eine geänderte Unterhaltung kann dabei die Regel gelten: „so viel Eingriffe in das Gewässer wie (zum Wasserabfluss) nötig, so wenig Eingriffe wie möglich“, betonte Herr Zeiler.

Über ein behutsames Zurücknehmen der Intensität von Unterhaltungsmaßnahmen bei gleichzeitiger Beobachtung des Verhaltens der Gewässer kann man sich dabei an das rechte Maß herantasten. Um Erfahrungen zu sammeln sollte man dort beginnen, wo keine hydraulischen Sperren oder sonstigen Einwände vorliegen. Dies trifft erfahrungsgemäß auf ca. 10% der Gewässer zu, berichtete Herr Tschöpe vom Büro Projektberatung Umwelt und Nachhaltigkeit aus Hamburg. Und er ergänzte, warum dieses Vorgehen sinnvoll ist. „So können die Selbstreinigungskräfte der Gewässer und der Artenschutz gestärkt werden.“

Frau Stiller aus Hamburg stellte in ihrem Vortrag u.a. Ergebnisse aus Schleswig-Holstein vor, wo in Versuchsstrecken unterschiedlicher Gewässertypen - insbesondere auch Marschengewässer - gezeigt werden konnte, dass eine gezielte Extensivierung der Unterhaltung keine negativen Auswirkungen auf den ordnungsgemäßen Wasserabfluss hat. Im Anschluss stellte sie den Teilnehmern die beiden Versuchsstrecken vor, die im Gebiet der beiden UHV "Altes Land" und "Kehdingen" liegen.

Moderiert wurde die Veranstaltung durch Frau Dr. Flasche von der Kommunalen Umwelt-AktioN U.A.N..

Am Nachmittag konnten sich die Teilnehmer vor Ort an der Steinkirchener Neuwettern ein Bild von verschiedenen Varianten der praktischen Umsetzung einer schonenden Gewässerunterhaltung machen. Direkt vor Ort ließen sich die Eindrücke des Vormittags vertiefen und offene Fragen wurden durch Frau Stiller und Herr Tschöpe geklärt.

Die Präsentationen der Veranstaltung finden Sie im unteren Bereich dieser Seite zum Download!




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